Anna Kaleri | 46, Autorin; Leipzig

Einige offenbarende Momente erlebte ich in der Bildenden Kunst. Nicht nur dort. Sehr einprägsam war eine Ausstellung zur Moderne in der Neuen Nationalgalerie. Ein Bild hätte ich damals nur aus den Augenwinkeln gestreift, hätte der Audioguide nicht aufgefordert, stehen zu bleiben und ihn, also dieses Gerät, für eine Weile abzustellen. Da stand ich also vor einem Bild mit zwei Farbfeldern, weich abgegrenzt durch eine dicke Linie und unter der Stille der Kopfhörer begann mit einem Mal Leben in die Flächen zu kommen. Sie atmeten.

Dieses Bild von Mark Rothko legte bei mir einen Zugang zu abstrakter Malerei. In Schönheit und Einfachheit und Tiefe einer Meditation. Eine gefühlt doppelte Ewigkeit ist das her.