Charlotte Wilde | 49, Musikerin, Leipzig

In der Aufführung eines Kinderstücks, gespielt von einem Figurenspieler und drei Musikern, der Saal war voll mit sonntäglich gestimmten Familien. Auf der Bühne: geistreicher Witz, verrückte, fantasievolle Figuren, wunderbar lustige Lieder, Humor und Klamauk, kurz: ein großer schöner Spaß von vier Männern im besten Alter für ein fröhlich mitgehendes Publikum. Mittendrin, plötzlich, ein Lied, bei dem mir das Herz aufging und meine Fassung schmolz und wegschwamm: „Schau dir die Sonne an, ist sie nicht schön?“.

Warum? Ich kann nur einkreisen, mich anpirschen an das, was passierte:

Der Sänger sang von der Schönheit, von der Hoffnung, von der Liebe. Und die Art, wie er das tat, erzählte von der Verletzlichkeit des liebenden Menschen, er schaute uns an und wir schauten wie in ihn hinein, sahen, was er mit Musik malte und wurden schwerelos. Er erzählte von der Möglichkeit, das Schöne und Gute tief zu fühlen. Und dass, und wie er das für Kinder tat, als ein Erwachsener, der vieles über Sorgen, Nöte und Ängste weiß und vieles über das Schlechte und Böse, und trotzdem von der unendlich schönen Liebe singt, das hat mich berührt.

Das Stück heißt „Eine Blumengeschichte“, von Christoph Bochdansky und den Strottern.

Eine Ahnung von meinem musikalischen Theatererlebnis kann man hier bekommen (link zum youtube channel der Strottern, mit musikalischen Grüßen aus dem homeoffice):

https://www.youtube.com/channel/UC5jO0U4K4so1KKA7jVoVqjA