Katja Freistedt | Architektin, Leipzig

Ich möchte Euch über ein Kunsterlebnis berichten, das mich berührt hat. Es war das Mittsommerspiel an der Waldorfschule gespielt von der 4. Klassen der Schule in Leipzig im letzten Jahr. Instrumentale Musik und Eurythmie, sowie Wortwitz und Schabernack und die Naturgeister im Schauspiel werden zu einem Gesamtkunstwerk verwoben, das jedes Jahr aufs Neue kleine und große Zuschauer zutiefst ergreift, wie auch mich:Wir befinden uns in der ländlichen Natur zur Mittagszeit am Johannitag mitten im lebendigen, fruchtbaren Sommer, an den längsten Tagen des Jahres, mitten in der Sonnenfreude. Im Vorspiel im Gespräch zwischen Vater und Tochter erlebt der Vater die vitalen Kräfte, die sich hinter der äußeren Natur wie in Traumbildern verbergen. Nach einem lustigen Auftakt durch die Mücken und die Unken – kommt Pan, der „Vater“ die verschiedenen Naturwesen zu sich ruft. Er lässt sie berichten, was sie über das Jahr für Natur und Mensch geschaffen haben. Als schließlich nach vielen kleinen, teils sehr witzigen Wesen Frösche, Unken, Sylfen, Nixen, die besonders frechen Faune und Elementarwesen des Feuer und der Erde alle versammelt sind, erhebt sich mit der Musik ein heller Chor zum Himmel, der mit den Worten endet :

„Horchet, horcht dem Weltenton,
der euch eure Wege weißt:
lauschend lobt der Sonne Geist.“

Dann folgt der Auftakt der Mücken nach Goethes Spruch im Takt:

„Wir Mücken entschweben
den Grüften und leben
in Lüften,
um uns zu entzücken
im Glanze der Sonne,
im Tanze voll Wonne.
Wir Mücken sind Geister,
erkoren vom Meister
um Toren, die überall Lücken
und Schwächen entdecken,
zu stechen, zu necken!“

Und weiter geht’s in diesem vitalen kraftvollen Ton meist chorisch gesungen oder gesprochen von den Kindergruppen begleitet von Musik. Und die Personage mit zirka 10-12 Kindern pro Gruppe! Das Gewirbel der Sylfen und Gesumme der Mücken, die Nixen, das Quaken der Frösche, die Rhythmen der Zwerge geschlagen mit Stöcken, das flatternde Rennen der Flammen in Rot. Ein Gewirbel – eine Freude! Und die Musikanten! Eine Fülle. Und Pan als ruhige Kraft inmitten von Allem.

So was Schönes habe ich noch nie erlebt! Zum Heulen schön war das! Ich konnte mich kaum beherrschen…

Der Text des Spiels ist nachzulesen unter: Mittsommerspiel – Jahreszeitenfeste an der Waldorfschule (waldorf-ideen-pool.de)